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Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Allergologie, Phlebologie, Lymphologie, ambulantes Operieren
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Informationen zum Krampfaderleiden (Varicosis)

Die Ursache für das Krampfaderleiden / Krampfadern ist meistens eine ererbte Bindegewebsschwäche. Verschlimmernde Faktoren sind z.B. Berufe, die viel Stehen oder Sitzen erfordern sowie Übergewicht, Schwangerschaften und Bewegungsmangel, denn durch die Bewegung der Muskulatur werden die Venen zusammengepreßt wodurch das verbrauchte Blut zurückgepumpt wird.

Segelklappen Segelklappen

Die Venen sind in regelmäßigen Abständen mit Segelklappen ausgestattet, die sich im Stehen schließen und so das Zurückfließen des Blutes verhindern. Diese Klappen sind für den normalen Durchmesser der Venen angelegt. Sind die Venen jedoch zu Krampfadern erweitert, sind die Klappen zu klein für den vergrößerten Durchmesser und können deshalb nicht mehr schließen. Es kommt zu einem Rückfluß des Blutes. So kann es zu Wasseransammlungen (Ödemen) und aufgrund der dadurch verursachten Versorgungsstörung des Gewebes zu Ekzemen oder sogar zum sogenannten "offenen Bein", d.h. Unterschenkelgeschwür, kommen. Es können Venenentzündungen und Thrombosen auftreten. Weitere Beschwerden sind häufig nächtliche Wadenkrämpfe, Kribbeln und Schweregefühl.

links: Tiefes Venensystem / rechts: Oberflächliches links: Tiefes Venensystem rechts: Oberflïächliches
links: Tiefes Venensystem / rechts: Krampfader links: Tiefes Venensystem rechts: Krampfader

Es gibt ein oberflächliches und ein tiefes Venensystem. Das oberflächliche Venensystem ist nur mit ca. 10% am Rücktransport des verbrauchten Blutes beteiligt. Diese Menge kann problemlos von dem tiefen Venen übernommen werden. Zwischen den beiden Venensystemen gibt es zahlreiche Verbindungsvenen. Sind in diesen die Klappen nicht mehr funktionsfähig, belasten sie das tiefe Venensystem und schädigen es auf Dauer.
Um dies zu verhindern, ist es sinnvoll die zu Krampfadern erweiterten, oberflächlichen Venen durch Veröden oder Operieren auszuschalten.
Die Beantwortung der Frage, was besser sei, operieren oder veröden, hängt vom jeweiligen Befund ab und kann deswegen nur individuell beantwortet werden. Manchmal ist eine Kombination beider Methoden sinnvoll.

 

Die Angst, es wären eines Tages nicht genügend Venen für den Rücktransport vorhanden, ist unbegründet!

Was können Sie vorbeugend gegen das Krampfaderleiden tun?

  • Kalte Beingüsse oder Wechselduschen sind empfehlenswert.
  • Schlafen Sie nachts möglichst mit einem ca. 10 cm erhöhten Bettfußende.
  • Sportarten wie Laufen, Wandern, Schwimmen, Golfen und Skilanglauf sind hervorragend geeignet.
"Der beste Weg zur Gesundheit ist der Fußweg"
(Prof. Dr. Sigg)

 

Vermeiden Sie alle Maßnahmen, die zu Erweiterung der Gefäße führen, wie Sauna, Sonnenbank, lange Sonnen- oder Thermalbäder. Von Massagen der Beine (auch Bürstenmassagen) ist abzuraten. Ballsportarten sind durch das häufige Springen und Abstoppen in der Bewegung ungeeignet. Ebenso alle Sportarten, die mit Anspannung der Bauchmuskeln (z.B. Kampfsportarten, Hantel-, Gewichtstraining und Bodybuilding) oder längerer Anwinkelung der Knie- und Hüftgelenke (z.B. anstrengende mehrstündige Radtouren in bergigem Gelände, Kanufahrten) verbunden sind.

Sorgen Sie für regelmäßigen Stuhlgang, da das Pressen bei Verstopfung ebenfalls zur Verschlimmerung Ihrer Krampfadern führt. Zur Vermeidung von Stauungen sollten enge Kleidung, Strümpfe mit Gummizug, das Übereinanderschlagen der Beine und hohe Absätze vermieden werden. Auf Langstreckenreisen (ab 2-3 Stunden in Bus, Bahn, Auto, Flugzeug) ist zur Vermeidung der bekannten und gefürchteten Reisethrombosen das elastische Wickeln der Unterschenkel oder das Tragen eines Gummistrumpfes anzuraten und jede Möglichkeit für Fußgymnastik und Bewegung zu nutzen.

Lieber Laufen und Liegen, als Sitzen und Stehen!

 


 

Informationen über die Krampfaderverödung

Venenleiden Krampfader Liegen

Bei der Verödung größerer Krampfadern werden im Stehen Kanülen in die Krampfadern eingeführt.
Anschließend wird der Patient auf einer Spezial-Kippliege in leichte Beinhochlagerung gebracht. So können die Venen zum Herzen hin leerlaufen.

Danach wird ein Verödungsmittel (kaliberabhänig dosiert) eingespritzt, welches die Krampfadern verklebt. Anschließend muß der Patient 1 - 2 Stunden laufen, um das Verödungsmittel zu verteilen. Zusätzlich wird durch einen Kompressionsverband Druck auf die Venen ausgeübt. Da der Verödungsprozeß bei den großen Krampfadern ca. 3 Wochen beansprucht, muß diese Zeit nach der letzten Behandlung noch gewickelt werden.

Haben die Krampfadern einen sehr großen Durchmesser, kommt die Schaumverödung, oder eine Operation in Frage.

 


 

Informationen über die Krampfaderverödung (Besenreiser)

Handelt es sich um die Verödung sogenannter Besenreiser oder deren zuführende Venen, genügt 1/2 - 3/4 Stunde Laufen und 3 - 5 Tage Wickeln.
Um Stauungen zu vermeiden, muß von den Zehen an gewickelt werden. Daher sollten bequeme, weite Schuhe getragen werden, (damit die Füße auch mit Wickelbinden hineinpassen).

Gewissenhaftes Wickeln ist das Wichtigste
für den Erfolg jeder Verödung. (Anleitung zur Wickeltechnik)

Der Verband darf erstmalig zur dritten Nacht abgewickelt werden (Sie können duschen und die Binden waschen) und muß am Morgen darauf wieder straff angelegt werden. Bei Stauungen und Schmerzen muß der Verband zwischenzeitlich erneuert werden.
Die Binden wäscht man am besten bei 30° C und schleudert sie. Die Schaumstoffbinden dann zum Trocknen aufhängen, die nassen Baumwollbinden, nach dem Schleudern einmal naß und fest aufrollen, damit sich die Falten glätten und erst danach aufhängen.

Die Behandlung sollte 3 Wochen vor einem geplanten Sonnenaufenthalt abgeschlossen sein, da sonst leicht Pigmentierungen auftreten können.

 


 

Mögliche Komplikationen bei der Krampfaderverödung

Durch festes Wickeln und viel Bewegung sind Komplikationen weitgehend vermeidbar. Während der Behandlung bilden sich oft Blutergüsse (Hämatome), die ohne jede Bedeutung sind und sich immer zurückbilden.
Manchmal treten Venenentzündungen auf, die mit Eisbeuteln oder kalten Umschlägen behandelt werden können. Man kann auch Eisbeutel, Coolpacks oder Kühlelemente aus der Campingbox auf dem Verband befestigen und sich damit frei bewegen.
Sehr selten bilden sich besenreiserartige Äderchen über den größeren verödeten Venen, die später ebenfalls verödet werden können. Möglich, aber sehr selten, sind auch bräunliche Verfärbungen der Haut, die langsam wieder verblassen.
Bei der Verödung von Besenreiservarizen kann es, wenn auch selten, zu kleinen, manchmal schmerzhaften Geschwüren kommen. Diese heilen meist sehr langsam ab und können im Extremfall Narben hinterlassen. Sie werden trocken mit Puder behandelt.

Aus den oberflächlichen Krampfadern, die wir veröden,
entstehen grundsätzlich keine Embolien!

 


 

allgemeine Hintergründe zum Venenleiden (Krampfaderleiden):

  • Da die ererbte Bindegewebsschwäche nicht geheilt werden kann, ist die Bildung neuer Krampfadern leider immer wieder möglich, gleichgültig ob sie verödet oder operiert worden sind.
  • Aus diesem Grunde sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, z.B. einmal jährlich, dringend anzuraten. Beginnende Neubildungen können dann meistens schnell und leicht behoben werden.
  • Die Verödungsbehandlung der Krampfadern kann, ohne Schaden zu verursachen, beliebig oft wiederholt werden. Sie müssen nicht befürchten, zu wenig Adern für den Blutrücktransport zu haben. Die für den Rücktransport des Blutes zum Herzen wichtigen tiefen Venen werden durch die Verödung eher entlastet.
  • Die Dauer des Behandlungserfolgs ist abhängig vom Grad der Bindegewebsschwäche und -belastung. (In der Regel zwischen einem und acht Jahren.)
  • Die Beseitigung der Krampfadern ist nicht nur aus medizinischer Sicht erforderlich, sondern vermeidet Komplexe und erhöht Ihr persönliches Selbstwertgefühl

 

 

 

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