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seborrhoische Ekzem seborrhoische Dermatitis

genannt, ist eine chronisch rezidivierende (wiederholt auftretende oder in Schüben verlaufende) Erkrankung in talgdrüsenreichen Hautarealen, deren Ursache letztendlich nicht eindeutig geklärt ist.
Sie präsentiert sich bei Säuglingen und Erwachsenen unterschiedlich.

Bei Säuglingen bilden sich fettige Schuppen am Kopf ( Grind oder Kopfgneis) und entzündliche Rötungen in den Körperfalten mit Streuherden am Rumpf. Es kommt häufiger bei übergewichtigen Kindern vor. Wahrscheinlich entsteht es durch die stimulierende Wirkung der mütterlichen Hormone auf die Talgdrüsen. Deshalb tritt es auch ausschließlich in den ersten drei bis achtzehn Lebensmonaten auf. Eine Besiedlung mit Hefepilzen ist häufig, auch eine bakterielle Superinfektion ist möglich und muss bei der Behandlung berücksichtigt werden, die im Übrigen aus entzündungshemmenden, austrocknenden Maßnahmen besteht. Häufiger Wäschewechsel ist empfehlenswert. Die Kopfschuppen können mit einer Mischung aus 3 bis 5% Acetylsalicylsäure und Oliven- oder Rizinusöl abgelöst werden.

Das Bild des seborrhoischen Ekzems ist bei Erwachsenen völlig anders lokalisiert. Es kommt zu geröteter, kleieförmiger Schuppung im zentralen Gesichtsbereich seitlich der Nase, in den Augenbrauen, Koteletten, Gehörgängen und am behaarten Kopf. In ausgeprägten Fällen zeigt es sich auch in der vorderen und hinteren Schweißrinne. Es kann zu erheblicher Beeinträchtigung der Umweltbeziehung der Betroffenen führen, die in Berufen mit Publikumsverkehr besonders schwerwiegend sein kann.

Der Verlauf ist chronisch und erfordert in jedem Fall Geduld. Nach therapiebedingter Besserung kommt es immer wieder zu neuen Schüben. Ein Zinkmangel sollte ausgeschlossen werden. Es gibt Übergangsformen, die einer Schuppenflechte (Psoriasis) sehr ähnlich sind.

Es sollten nur alkoholfreie Reinigungsmittel verwendet werden. Für den behaarten Kopf haben sich selenhaltige und ciclopiroxhaltige Shampoos bewährt.

Im Bereich des seborrhoischen Ekzems vermehrt sich der eigentlich harmlose und normalerweise überall auf der Haut vorkommende Hefepilz Malassezia furfur (früher Pityrosporum ovale genannt) übermäßig. Man nimmt an, dass die Stoffwechselprodukte dieses Hefepilzes im Krankheitsgeschehen eine Rolle spielen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass gegen Pilzerkrankungen wirksame Cremes, Salben oder Lotionen oft wirksam sind - aber leider nicht immer.
Andere Therapieoptionen sind Zubereitungen, die Wirkstoffe wie beispielsweise Harnstoff, Pimecrolimus, Tacrolimus, Metronidazol oder Erythromycin enthalten. Cortisonhaltige Medikamente sollten nur in Extremfällen zum Beheben des akuten Zustandes und nur kurzfristig angewendet werden. Wenn keine der Behandlungen hilft, kann auch Terbinafin oder Erythromycin als Tablette versucht werden.

Stress und familiäre Belastung scheinen ebenfalls eine Rolle zu spielen.

In therapieresistenten Fällen kann in Ausnahmefällen ein Versuch mit Erythromycin, Tetracylinverbindungen oder pilzwirksamen Tabletten für kurze Zeit in Erwägung gezogen werden.

Jeder Patient reagiert anders auf die Behandlung, und es erfordert von Arzt und Patient Geduld bis das individuell wirksame Programm für jeden Einzelfall gefunden ist.

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