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Narbenbildung:Keloid nach BrustbeinpunktionUnsichtbare Narben zu hinterlassen, ist das Bestreben jedes Chirurgen und der Traum aller Schönheitsoperateure. Leider lassen sich Träume nicht immer verwirklichen.

Narben entstehen nach Verletzungen, Operationen,  Verbrennungen, Ohrlochstechen  und möglicherweise nach bestimmten Erkrankungen wie Akne, nach Kratzeffekten oder Geschwüren.

Selbstverständlich entstehen bei Verletzungen der Haut, die in der Bodymodification Szene praktiziert werden, wie Piercing, Cutting, Branding, Scarification, Mikrodermals oder Implantating ebenfalls Narben, bei denen Wulstnarben z.T. gewollt sind. Narben sind der Verschlussmechanismus unseres Körpers. Die Narbenbildung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Nahttechnik des Operateurs sollte zu einem spannungsfreien Verschluss der Wunde führen.
Dabei spielen sowohl Erfahrung als auch das  Nahtmaterial eine entscheidende Rolle.  Im oberen Schultergürtelbereich, vor dem Brustbein und an den Ohren kommt es gehäuft zu Wulstnarbenbildungen (hypertrophen Narben), die hässlich aussehen und zu psychischen Belastungen führen können. Die schwarze Rasse ist davon besonders betroffen. Bei manchen Völkern werden sie auch absichtlich als Schmucknarben oder Stammeszeichen erzeugt. Wuchert die Narbe über die ursprüngliche Verletzung hinaus, so wird sie als  Keloid bezeichnet.  Das Wort kommt aus dem Griechischen und leitet sich  von dem Wort Chele = Krebsschere ab, da die Narbenform daran erinnert.

Narbenbildung:Keloid nach Bagatellverletzung mit der Schere durch den FriseurLeider können bei entsprechender Veranlagung Keloide auch spontan auf intakter Haut entstehen. Die Ursache ist  unklar. Bei größerer Ausdehnung kann es zu Entstellungen oder Bewegungseinschränkungen kommen. Durch eine konsequente Behandlung über einen größeren Zeitraum ist es möglich, das kosmetische und funktionelle Ergebnis entscheidend zu verbessern.

Wenn die Neigung zu Wulstnarbenbildung bekannt ist, sollte bereits während des Eingriffs oder wenigstens kurze Zeit danach eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden. Wenn sich ein Keloid gebildet hat, sollte man sich eine  operative Entfernung kritisch überlegen, weil damit zu rechnen ist, dass sich erneut ein Keloid bildet, das dann aber  größere Ausmaße hätte. Wenn trotzdem eine Operation  durchgeführt wird, sollte sie nur in Kombination mit z.B. Röntgenbestrahlung, Cortisoninjektionen oder Kompressionstherapie erfolgen. Sie selbst können zur Verbesserung der Narbenbildung beitragen, indem  Sie die Narbe vor extremen Temperaturreizen schützen und darauf achten, dass im Narbenbereich keine Kleidungsstücke scheuern und  sanfte Massagen durchführen. Da frische Narben durch Sonnenbestrahlung häufig pigmentieren, sollte  auf konsequenten Lichtschutz geachtet werden.

Die örtliche Behandlung erfolgt mit speziellen Salben, ggf. mit Hilfe von Ultraschall oder Iontophorese zum besseren Einschleusen oder mit Silikon, das es in Pflaster– und Gelform gibt. Diese Behandlung hält die Feuchtigkeit im Gewebe und macht die Narben weicher. Zu guten Ergebnissen führt sehr häufig die Injektion von Cortison-Kristallsuspensionen in die Narbe. Die Behandlung muss im Abstand von drei bis vier Wochen wiederholt werden, bis die Narbe im Hautniveau ist.

Es besteht auch die Möglichkeit Cortison als Salbe oder Creme anzuwenden. Die Wirkung wird durch Anlage eines Folienverbands verstärkt. Auf den Schutz der umgebenden Haut ist dabei zu achten. Eine Kompressionsbehandlung durch elastische Druckverbände hat sich besonders bei flächigen Verbrennungsnarben bewährt. Stark über das Hautniveau ragende Narben können mit Kälte– oder Lasertherapie eingeebnet  und müssen  anschließend konsequent lokal behandelt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, das Narbenbild durch oberflächliche Röntgenbestrahlungen zu  verbessern. Sie sollten aber innerhalb der ersten 6 Monate nach der Keloidbildung beginnen, da später die Strahlenempfindlichkeit abnimmt.
Neuere Therapieansätze bestehen in der Anwendung von Fluorouracil, Bleomycin und Interferon. Gute Ergebnisse sind auch nach dreimaligem Einreiben pro Woche mit Imiquimod beschrieben. Eigene Erfahrungen damit liegen nicht vor. Langzeitergebnisse stehen noch aus. Sehr gute Ergebnisse werden berichtet, wenn nach der operativen Entfernung des Keloids in wöchentlichem Abstand mindestens vier Mal Verapamil in die Narbe gespritzt wird. Eine narbenverbessernde Substanz aus fötalen Wachstumsfaktoren (Avotermin) befindet sich zurzeit in der Testphase.

Sehr gute Erfolge soll auch die intraläsionale Kryotherapie liefern. Dabei wird mit einer speziellen Nadel (CryoShape-Nadel) die Kälte innerhalb des Keloids abgegeben und führt zu einer guten Rückbildung.

Eingesunkene Narben können mit Hyaluronsäure aufgefüllt werden. Mit allen oben aufgezeigten Behandlungsmethoden gelingt es oft, die Narben weich, flach und blass werden zu lassen, aber nicht, sie unsichtbar zu machen.

Kosmetisch störende Narben  können mit Camouflage, d. h. mit einem farblich passenden Make up kaschiert werden. Unsere medizinische Kosmetikerin hilft Ihnen bei der Anwendungstechnik und der Auswahl von Farben und Produkt.
Eine andere Möglichkeit besteht in der Pigmentierung, d.h. Tätowierung, in der Farbe der umgebenden Haut. Dafür kommen Linergisten oder Tätowierer in Frage, die über Erfahrungen auf diesem Gebiet und ein entsprechendes Farbspektrum  verfügen sollten.

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