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Zecken:Entwicklungsstadien Larve, Nymphe, erwachsene ZeckeSchildzecken, auch Holzböcke genannt, sind in Mitteleuropa für die Übertragung verschiedener Krankheiten verantwortlich. Sie entwickeln sich im Laufe von ca. drei Jahren von der Larve über die Nymphe zur ausgewachsenen Zecke. In jeder dieser drei Entwicklungsstadien benötigt die Zecke eine Blutmahlzeit.


Ab einer Temperatur von 10 Grad werden Zecken bei ausreichender Luft- und Bodenfeuchtigkeit aktiv, so dass die von ihnen übertragenen Krankheiten prinzipiell fast ganzjährig auftreten können, gehäuft aber in der Zeit von März bis Oktober.

Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen, sondern sitzen an Gräsern, Büschen etc. bis zu einer Höhe von 1,50 m und warten auf vorbeikommende Säugetiere, die sie abstreifen und die dann von ihnen als Wirt benutzt werden.
Die aus südlichen Ländern zunehmend einwandernden Auwaldzecken können sich aktiv in Richtung Wirt bewegen.

Ist der potenzielle Wirt ein Mensch, sucht sich die Zecke eine günstige Stelle wie Achselhöhlen, Nabel oder andere Hautfalten und saugt sich fest. Dabei scheidet sie ein gerinnungshemmendes und schmerzlinderndes Ferment ab, so dass der Biss selten bemerkt wird.

Es gibt zwei Erreger, die von Zecken übertragen werden können.

  1. Borrelien (spiralförmige Bakterien), die in ganz Mitteleuropa vorkommen.
    Der Duchseuchungsgrad beträgt 10 - 30%, von denen aber nur ein Teil die Infektion überträgt.
  2. FSME-Viren
    (Frühsommer-Meningoencephalitis = frühsommerliche Gehirn- und Gehirnhautentzündung)
    In Endemiegebieten liegt die Durchseuchung bei 0,1 bis 5%, d.h. jede 20. bis 1000. Zecke überträgt die Infektion. Verbreitungsgebiete von FSME siehe www.zecken.de

Lyme-Borreliose (Erythema chronicum migrans, Wanderröte)

Lyme ist ein Ort in Connecticut, in dem erstmalig in den 1970er Jahren durch eine Häufung von Fällen der Zusammenhang der Erkrankung mit einem Zeckenbiss hergestellt wurde.

Diagnostik: Das klinische Bild der Wanderröte ist so charakteristisch, dass die Diagnose eindeutig gestellt werden kann und zu einer sofortigen antibiotischen Behandlung berechtigt.

Da es aber nicht in allen Fällen zum Auftreten einer Wanderröte kommt oder sie nicht bemerkt wird, erfolgt eine Untersuchung des Blutes auf Antikörper, die bei negativem Ergebnis, aber ausreichendem Verdacht nach einigen Wochen wiederholt wird.

Zecken:Lyme-Borreliose, WanderröteStadium 1: Der Biss der Zecke ist oft nur als kleine rötliche Schwellung zu sehen ist oder unbemerkt bleibt. Nach Tagen bis Wochen tritt eine ringförmige Rötung um die Bissstelle auf, die allmählich nach außen wandert, daher stammt der Begriff Wanderröte. Selten treten dabei Allgemeinerscheinungen wie Fieber, Mattigkeit und Gelenkschmerzen auf.
Eine andere Erscheinungsform der Borreliose ist das Lymphocytom, auch Lymphadenosis cutis benigna genannt. Dabei kommt es zur Bildung geröteter Knoten, bevorzugt an den Ohrläppchen, um die Brustwarzen oder am Hodensack. Sehr selten bilden sich mehrere Knoten am Körper. Es handelt sich um einen rein örtlichen Befund, der nicht mit Allgemeinerscheinungen einhergeht.

Stadium 2: Nach ca. einem halben Jahr kann es zu Hirnhaut- oder Hirnentzündung, Gelenkentzündungen und Augensymptomen kommen.

Stadium 3: Acrodermatis atrophicans (entzündliche bis schrumpfende Entzündung der Haut, bevorzugt an den Gliedmaßen). Beginn mit Rötung und leichter Schwellung ohne Beschwerden, dann zigarettenpapierartige Verdünnung der Haut mit Fältelung und Schwund des Fettgewebes, so dass die Blutgefäße auffällig deutlich sichtbar werden.

Therapie: Antibiotika in hoher Dosierung und ausreichender Dauer (unterschiedlich je nach Stadium). Gegen Borreliose gibt es keine Impfung! Die Erkrankung hinterlässt keine Immunität.

FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis = Hirnhaut- und Gehirnentzündung)

Stadium 1: Nach ca. einer bis vier Wochen nach dem Biss einer Zecke treten grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, katarrhalische Erscheinungen oder Magen-Darmbeschwerden auf.

Stadium 2: Die Hirnhautentzündung ist mit heftigen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Erbrechen und hohem Fieber verbunden. Sie heilt meistens vollständig aus und hinterlässt Immunität.
Falls eine Hirnentzündung hinzu kommt, kann es außerdem zu Bewusstseinsstörungen, zunehmender Schläfrigkeit bis zum Koma, Desorientierung und Halluzinationen kommen. In 25 % dieser Fälle verbleiben Restschäden.

Therapie: Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht. Eine vorbeugende Impfung ist möglich.

Impfung gegen FSME

Eine Impfung gegen FSME wird Personen empfohlen, die in FSME-Verbreitungsgebieten einem Zeckenbissrisiko ausgesetzt sind – in Deutschland Landkreise in Bayern und Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Vereinzelt sind FSME-Erkrankungen auch in Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt aufgetreten.

Bei ausreichender Zeit vor Exposition wird die Impfung nach dem Standardschema empfohlen:

Impfen im Winter - Schutz im Sommer!


Eine Grundimmunisierung besteht aus drei Teilimpfungen:
Die ersten beiden Impfungen werden im Abstand von vier bis zwölf Wochen vorgenommen. Die dritte Impfung erfolgt in der Regel neun bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung. Auffrischungsimpfungen sind in Abhängigkeit von Alter und Anzahl der bisher erfolgten Impfungen alle drei bis fünf Jahre erforderlich.

Auch bei einem kurzfristig geplanten Aufenthalt in einem FSME-Risikogebiet besteht die Möglichkeit, einen Impfschutz aufzubauen. Ihr Arzt berät Sie dazu gern. Der Impfstoff ist auch für Kinder verträglich und zugelassen.

 

Vorbeugung gegen Zeckenbisse

Borrelien befinden sich im Darm der Zecke und brauchen einige Stunden, bis sie zum Saugapparat gelangen und übertragen werden können. Daher ist es sinnvoll, die Zecken so früh wie möglich, ohne sie zu quetschen, zu entfernen. FSME-Viren werden sofort übertragen. Das Beträufeln mit Öl, Nagellack etc. sollte unterlassen werden, da es zum Erbrechen der Zecke führt und die Rate der Krankheitsübertragung erhöht. Geeignete Instrumente zur Entfernung der Zecken sind z. B. Splitterpinzetten, oder die sogenannte Zeckenkarte (ca. 2 €), eine in Apotheken erhältliche scheckkartengroße Kunststoffschablone mit zwei verschieden großen Schlitzen, mit denen es möglich ist, die Zecken auszuhebeln.

Die Zeckenschlinge soll ebenfalls geeignet sein, eigene Erfahrungen damit liegen nicht vor.
Tel: 08208 - 95 95 65 Siehe auch www.zeckenschlinge.de

Bei Spaziergängen oder Wanderungen empfiehlt sich:

  • überdeckend abschließende, möglichst helle Kleidung zu tragen
  • Hosen in die Strümpfe zu stecken
  • gegen blutsaugende Insekten wirksame Sprays anzuwenden
  • und sich nach Beendigung des Spaziergangs bzw. der Wanderung sorgfältig nach Zecken abzusuchen.

 

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