Privatversicherte & Selbstzahler
Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Allergologie, Phlebologie, Lymphologie, ambulantes Operieren
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alopecia_areata_kreisfoermiger_haarausfall_thumbDie Alopecia areata ist eine entzündliche, nicht ansteckende Krankheit, bei der es zu einem fleckförmigen Haarausfall kommt. In einigen Fällen geht sie auch mit einem totalen Haarverlust einher, einschließlich der Körperbehaarung (1 bis 2%).

Zusätzlich kann es zu Veränderungen der Fingernägel mit Grübchen, Tüpfeln und Rillen kommen (ca 20%). Die Ursache ist letzendlich unbekannt.

 

 

Alopecia areataUrsächlich werden die verschiedensten Faktoren diskutiert, wie psychische Belastungen, versteckte Eiterherde im Körper, Schilddrüsenfehlfunktionen und Zinkmangel.
Auch familiäre Häufungen (10 bis 25%) sind beschrieben, so dass eine erbliche Veranlagung eine Rolle spielen könnte. Möglicherweise handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, d.h. dass der Körper Antikörper  gegen die haarbildenden Matrixzellen bildet und deren Teilungsfähigkeit hemmt. Außerdem kann kein Melanin, also kein dunkler Farbstoff mehr gebildet werden. Es handelt sich bei der Alopecia areata keineswegs um eine Mangelerscheinung oder eine hormonelle Störung, noch kann sie einer bestimmten inneren Erkrankung zugeordnet werden.

Es können sich einzelne oder mehrere Herde gleichzeitig oder nacheinander bilden, die spontan (ca 50%) ohne Behandlung vollständig abheilen. Die ersten nachwachsenden Haare sind meist farblos, nehmen aber später wieder ihre ursprüngliche Haarfarbe an.
Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmethoden, immer ein Zeichen dafür, dass es  keine Methode gibt, die bei allen hilft. Die Therapie wird mit cortisonhaltigen Medikamenten, ätherischen Ölen, Zinktabletten und neuerdings auch mit dem Eximerlaser durchaus teilweise erfolgreich versucht.
Die besten Ergebnisse werden erzielt, indem ein Kontaktekzem durch Einpinseln der betroffenen Stellen mit Diphenylcyclopropenlösung ausgelöst wird. Diese Therapie wird Ihnen von Ihrem Arzt ausführlich erklärt.

Neuere Studien haben gezeigt, dass sich bei Atopikern (Menschen, die eine Veranlagung zu Neurodermitis, Heuschnupfen oder allergischem Asthma haben) durch die Einnahme von antiallergischen Medikamenten ein Neuwachstum der Haare erreichen lässt.
Eine Haartransplantation ist nicht sinnvoll, da die transplantierten Haarinseln ebenfalls ausfallen würden. Weder die Häufigkeit der Haarwäschen, noch die Art der Frisur, die Anwendung von Dauerwellen, Haartönungen oder -färbungen beeinflussen den Verlauf der Erkrankung.
Bei hohem Leidensdruck und ausgedehntem Befund kann überbrückend eine Perücke getragen werden. Die Übernahme der Kosten dafür muss mit der Krankenversicherung geklärt werden. Das erforderliche Attest stellt Ihnen Ihr Arzt aus.

Diphenylcyclopropenon-Behandlung des kreisförmigen Haarausfalls (Alopecia areata)

Durch die künstliche Erzeugung eines Kontaktekzems in den haarfreien Bezirken gelingt es bei ¾ der Betroffenen, die hemmenden Antikörper zu beseitigen und damit das Haarwachstum wieder zu ermöglichen. Hierfür nimmt man eine in der Natur und Umwelt nicht vorkommende Substanz, die bei fast allen Menschen eine Allergie erzeugt, das Diphenylcyclopropenon. Es wird in Aceton gelöst und je nach Reaktion in unterschiedlichen Konzentrationen angewendet.

Die Behandlung wird ausschließlich in der Praxis durchgeführt. 

Als Erstes wird ein ca. münzgroßer, haarfreier Bezirk mit der Lösung eingepinselt. 1-2 Wochen danach kommt es zu einer Reizreaktion, die gelegentlich auch sehr heftig mit Nässen und Blasenbildung ausfallen kann. Es kann zu Lymphknotenschwellungen oder selten auch zu Streureaktionen am Körper kommen, die dem Arzt gezeigt werden sollten. Sollte gar keine Reaktion eintreten, wird die Behandlung wiederholt, eventuell mit einer stärkeren Konzentration.

Nach Abklingen der Reaktion, meistens nach 1-2 Wochen, wird die Therapie in wöchentlichen Abständen in einer sehr niedrigen Konzen-tration fortgesetzt. Die Behandlung dauert durchschnittlich 6-12 Wochen. Die ersten neu nachwachsenden Haare sind häufig weiß und nehmen erst später ihre natürliche Farbe wieder an.

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