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Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Allergologie, Phlebologie, Lymphologie, ambulantes Operieren
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[...] ein zielloses Testen irgendwelcher Substanzen ist nicht sinnvoll und führt selten zum Erfolg.

Information für Allergiker

Bei dem Verdacht auf eine allergische Erkrankung muss als Erstes in einem ausführlichen Gespräch erarbeitet werden, welche Allergene als Ursache in Frage kommen, denn ein zielloses Testen irgendwelcher Substanzen ist nicht sinnvoll und führt selten zum Erfolg. Nur wenn Patient und Arzt das gemeinsam beraten, kann eine sinnvolle Allergietestung durchgeführt werden.

Man unterscheidet Kontaktallergien, Allergien gegen Nahrungsmittel, Einatmungsallergen (z.B. Pollen, Hausstaubmilben und Schimmelpilze) sowie Allergien gegen Medikamente oder Insektengifte. Bei Verdacht auf die Unverträglichkeit von Stoffen, die mit der Haut direkt in Kontakt kommen, wie beispielsweise Pflegecremes, Make up oder Gummihandschuhe, wird ein Epikutantest durchgeführt. Dabei werden Testpflaster, die mit den verdächtigen Substanzen beschickt sind, auf die Haut geklebt und die Reaktionen am zweiten und dritten Tag darauf abgelesen. Handelt es sich jedoch um einen Verdacht auf Einatmungsallergene , Nahrungsmittel-, Insekten- oder eine Medikamentenallergie, werden die verdächtigen Stoffe in die Haut gespritzt (Intracutantest) oder geritzt (Pricktest). Die Reaktion kann nach 15 bis 20 Minuten abgelesen werden.

Da nicht alle infrage kommenden Allergene als fertige Testsubstanzen im Handel erhältlich sind, ist es manchmal notwendig, dass die entsprechende Substanz mitgebracht wird, die dann aufgeschlüsselt und getestet wird (Scratchtest). Für das Sammeln von Hausstaubproben oder Tierhaaren wird Ihnen eine Anleitung mitgegeben . Zum Absichern der Diagnose ist manchmal ein nasaler Provokationstest erforderlich.
Dabei wird das fragliche Allergen mit einem Spray in ein Nasenloch eingebracht und beobachtet, ob es zur Absonderung von Nasensekret kommt. Dies gilt als Beweis für die Aktualität dieses Allergens für Sie.

Bei Medikamenten- oder Nahrungsmittelallergien, muss oft ein sog. oraler Provokationstest durchgeführt werden. Dabei müssen Sie den entsprechenden Stoff schlucken und die Reaktion wird beobachtet. Da man dabei das Risiko eingeht, das allergiebedingte Krankheitsbild erneut auszulösen und es sich oft um gefährliche Reaktionen handelt, kann es je nach Sachlage notwendig werden, dies in der Klinik durchführen zu lassen.
Die gleiche Situation ergibt sich bei Stoffen (z.B. Betäubungsmitteln), die unter die Haut gespritzt werden, dem subcutanen Provokationstest.

Kann ein Allergen durch die Testung ermittelt werden, bekommen Sie einen Allergiepaß ausgehändigt, damit Sie künftig das entsprechende Allergen meiden können und sich hoffentlich wieder wohl in Ihrer Haut fühlen.
Handelt es sich um nicht vermeidbare Einatmungsallergene, kann in vielen Fällen eine sog. Hyposensibilisierungsbehandlung durchgeführt werden. Dabei bekommen Sie in wöchentlichen Abständen in aufsteigender Dosierung eine Lösung unter die Haut gespritzt, die speziell für Ihr Allergenspektrum zusammengestellt wird. Bei Pollenallergie, also beim Heuschnupfen wird die Behandlung meistens vor Beginn der Pollensaison durchgeführt, kann aber auch ganzjährig erfolgen.
Je nach Beschwerdebild können antiallergische Augentropfen, Nasensprays oder Asthmasprays die Beschwerden lindern.
Bei Hausstaubmilben- oder Schimmelpilzallergie erfolgt die Behandlung ganzjährig. Bei leichter Symptomatik sind oft Sanierungsmaßnahmen, wie die Verwendung milbendichter Bettwäsche oder Beseitigung von Feuchtecken etc. ausreichend. Bei Pollenallergikern müssen außerdem die Kreuzallergene berücksichtigt werden. Das sind Nahrungsmittel nach deren Genuss Pollenallergiker Krankheitssymptome entwickeln können.
Bei Kräuterpollenallergikern sind es meistens Gewürze und Sellerie, bei Haselpollenunverträglichkeit Nüsse (außer Erdnüssen, das sind Hülsenfrüchte) und bei den Birkenpollenallergikern Kernobst ( z.B. Äpfel, Birnen) und Steinobst (wie Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche ect.), manchmal auch Kiwi und bei hochsensibilisierten Personen auch häufig rohe Kartoffeln, Tomaten und Möhren.

Durch Kochen werden die Allergene zerstört und fast immer vertragen. Bei einigen Pollenallergikern kann der Genuss dieser sog. Kreuzallergene zu Quaddelbildung, Bindehautentzündung, Fließschnupfen, Asthma, Magen - Darmsymptomen wie Magenschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Völlegefühl, Übelkeit und in schweren Fällen zum allergischen Schock führen. Wenn Sie solche Symptome bei sich bemerken, sollten Sie diese Nahrungsmittel strikt vermeiden. Wenn eine Hyposensibilisierungsbehandlung erfolgreich durchgeführt wurde, werden diese Nahrungsmittel häufig wieder vertragen.

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