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Rosacea

Die Rosacea ist eine schubweise verlaufende, nicht ansteckende Krankheit, die häufig im 3. bis 4. Lebensjahrzehnt auftritt.

Dabei kommt es in der Gesichtsmitte, also um die Nase, im Wangen-, Stirn- und Kinnbereich zu Rötungen durch Gefäßerweiterungen und zur Bildung von entzündlichen Knötchen und Pusteln sowie Talgdrüsenwucherungen.

Fast ausschließlich bei Männern kann sich durch extreme Wucherung der Talgdrüsen eine Knollennase oder sogemannte "Rotweinnase" (Rhinophym) bilden, die man in extremen Fällen chirurgisch korrigieren kann.

Eine mögliche Augenbeteiligung äußert sich als Lidrand- oder Bindehautentzündung und sollte vom Haut - oder Augenarzt mitbehandelt werden.

Die Ursache der Erkrankung ist weitgehend unbekannt.
Möglicherweise spielen Erbfaktoren eine Rolle.

Es wird auch diskutiert, ob bei der Rosacea eine erhöhte Keimbesiedlung der Hautfollikel mit der Hautmilbe Demodex eine Rolle spielt. In letzter Zeit wird auch der Magenkeim Helicobacter pylori für die Rosacea verantwortlich gemacht.

Der Erreger ist durch eine Untersuchung des Stuhls auf Helicobacter-Antigen einfach nachzuweisen. Wenn der Test positiv ausfällt, sollte unbedingt eine Behandlung durch den Hausarzt oder Internisten durchgeführt werden.
In diesem Falle besteht die Chance, dass die Rosacea nicht immer wieder auftritt.
Die Rosacea kann durch alle gefäßerweiternden Faktoren verstärkt werden, wie Sonne, Stress, Alkohol, scharfe Gewürze, heiße Bäder und körperliche Anstrengung.
Die Behandlung erfolgt zunächst äußerlich mit verschiedensten Cremes oder Pasten, wobei sich als Wirkstoffe Metronidazol, Erythromycin, Permethrin, Ivermectin und Azelainsäure bewährt haben. Die flächige Rötung kann durch ein brimodininhaltiges Gel für acht bis zehn Stunden gemildert werden.

Außerdem ist die Bestrahlung mit wassergefiltertem Blaulicht hilfreich.

Wenn örtlich anzuwendende Medikamente bei der Rosacea nicht mehr ausreichen, hat sich seit vielen Jahren die Einnahme von Doxycyclin bewährt.
Doxycyclin ist ein Antibiotikum, das eine antibakterielle und eine antientzündliche Wirkung hat.

Bei der Behandlung der Rosacea ist nur die antientzündliche Wirkung erwünscht. Dafür sind so geringe Mengen des Wirkstoffs notwendig, dass sie nicht mehr antibakteriell wirksam sind.

Daher empfiehlt es sich, ein niedrig dosiertes Präparat zu nehmen, das einen Teil des Wirkstoffs sofort und einen Teil verzögert freigibt. So wird für 24 Stunden ein konstanter Wirkstoffspiegel erreicht.

Dadurch werden die möglichen Nebenwirkungen, wie Resistenzbildung, Magen-Darm-Beschwerden, Hefepilzinfektionen oder Lichtüberempfindlichkeit erheblich reduziert. Ein weiterer Pluspunkt ist die einmalige Einnahme täglich.
In schweren Fällen wird Isotretinoin, das ist ein Vitamin-A-Säureabkömmling, angewendet.

Bei dauerhafter Rötung, störenden Gefäßerweiterungen und auch bei entzündlichen Erscheinungen wie Papeln oder Talgdrüsenwucherungen, führt die Behandlung mit Laser und IPL-Systemen zu guten Ergebnissen.

Die Gesichtsreinigung sollte nur mit lauwarmen Wasser oder milden Reinigungsmitteln erfolgen. Ein Peeling sollte ganz unterbleiben. Zur Pflege sind nicht fettende Cremes geeignet.

Eine spezielle Rosaceamassage oder Lymphdrainage durch eine entsprechend geschulte Kosmetikerin kann hilfreich sein.

Lichtschutz und das Vermeiden intensiver Sonnenbestrahlung sind unbedingt empfehlenswert.

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