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Herpes ist eine durch Viren verursachte, meistens harmlose Infektionskrankheit, die jedoch unangenehm, schmerzhaft und kosmetisch störend sein kann.

Sie beginnt mit einer oft juckenden, brennenden Schwellung, auf der sich gruppierte Bläschen bilden, die dann eintrocknen und zu Krusten führen. Diese können bei Bewegung zu schmerzhaften Rissbildungen führen. Die Abheilung erfolgt größtenteils ohne Narbenbildung. Es gibt verschiedene Viren, die Herpes verursachen.

Abbildung 1
Herpes 2 Stunden bis 2 Tage
Stunden bis 2 Tage
Abbildung 2
Herpes 2 bis 5 Tage
2 bis 5 Tage
Abbildung 3
Herpes 8 bis 12 Tage
8 bis 12 Tage

 

  • Der Herpes simplex-Virus Typ 1 ist für die Herpeserkrankung im Gesicht verantwortlich
  • Der Herpes simplex -Virus Typ 2 für die Infektion im Bereich der Geschlechtsorgane

Wie kommt es zur Herpes-Infektion?

Die Erstinfektion erfolgt erfahrungsgemäß unbemerkt in der Kindheit durch Schmier - oder Tröpfcheninfektion. Enger Kontakt mit infizierter Haut ermöglicht die Ansteckung. Neugeborene können sich im Geburtskanal infizieren, wenn die Mutter bei der Geburt einen akuten Herpes genitales hat. Bei Säuglingen kann die Krankheit sehr schwer verlaufen und sogar zum Tode führen. Sie sind das erste Lebenshalbjahr gefährdet. Kontaktpersonen mit akutem Herpes labialis sollten einen Mundschutz tragen und direkten Kontakt vermeiden. Im Krustenstadium gilt der Herpes nicht mehr als infektiös. Eine Ansteckung durch Gegenstände ist unwahrscheinlich, da die Viren außerhalb des Körpers nur sehr kurze Zeit überleben können.

Krankheitsverlauf

Nach der Erstinfektion ziehen sich die Viren in Nervenzellen zurück und „schlafen“ dort. Zu dem Zeitpunkt bestehen keinerlei Symptome. Durch eine Vielzahl von Auslösern, wie beispielsweise ein geschwächtes Immunsystem, Erkältungskrankheiten, Stress, hormonelle oder psychische Faktoren, Regelblutung, Schwangerschaft oder übermäßige Sonneneinwirkung, werden die Viren wieder aktiviert und dringen über die Nervenbahnen in die obere Haut - oder Schleimhautschicht ein und führen zum Ausbruch des Herpes. Durch mechanische Irritation wie längere Zahnbehandlungen oder Permanent Make up kann der Herpes ebenfalls provoziert werden.

Das Wiederauftreten der Erkrankung - oft an der selben Stelle - wird als Rezidiv bezeichnet. Es kündigt sich durch Juckreiz, Brennen und Spannungsgefühl an. In dieser Phase hat eine sofort einsetzende Behandlung die besten Chancen auf Erfolg.

Behandlungsmöglichkeiten

Bisher gibt es weder eine Schutzimpfung noch die Möglichkeit die „schlafenden„ Viren abzutöten.

Es gibt einige Salben und Tabletten, die erneute Ausbrüche verhindern oder den Krankheitsverlauf abkürzen können. Eine Creme mit Pencivir (Fenistil penc) gibt es auch getönt, die Behandlung mit einem Extrakt aus Melissenextrakt (Lomaherpan) soll die Abstände zwischen den Schüben verlängern und zu einer schnelleren Abheilung führen, die Gabe von 40 mg Zink (z.B. Zinkorotrat) täglich zwei mal jährlich zwei Monate lang ebenfalls. Auch die lokale Anwendung von Zink (Virudermin) soll wirksam sein.

Idoxiurudin (Virunguent) darf nicht bei Schilddrüsenüberfunktion oder Schwangerschaft angewendet werden, Foscarnet (Triapten) soll ebenfalls wirksam sein. Ganz neu auf dem Markt ist Docosanol (Muxan). Ganz allgemein ist der Wirksamkeitsnachweis aller dieser Mittel dürftig, bei einigen ergab die Studienlage eine Verkürzung des Krankheitsverlaufes von 0,5 bis 0,7 Tagen.
Einige dieser Medikamente greifen in den Vermehrungsprozess der Viren ein und verhindern eine weitere Ausbreitung, bei vielen ist der Wirkmechanismus unklar.

Die Behandlung sollte so schnell als möglich beginnen.

Als Erstmaßnahme eignet sich Kühlen. Da die Viren keine Kälte mögen, geht die Schwellung und das Spannungsgefühl schneller zurück.

Vermeiden Sie das Befeuchten mit der Zunge, wenn die Lippen z.B. beim Aufenthalt an der See oder im Gebirge vom Wind ausgetrocknet sind, besonders bei zusätzlicher Sonneneinwirkung. Eine Creme mit Spirulina Mikroalgen soll eine Schutzwirkung haben.

Benutzen sie einen pflegenden Lippenstift mit Lichtschutz!

Neu auf dem Markt ist ein hydrocolloihaltiger Herpes-Patch, der den Herpes abdeckt und die Heilung beschleunigen soll. Eigene Erfahrungen damit liegen noch nicht vor. Ebenfalls neu ist ein elektronischer Lippenstift, der durch konzentrierte Wärme die Viren abtöten und angeblich zum sofortigen Rückgang der Symptome führen soll. Die Behandlung ist schmerzhaft.

Haben Sie kein Medikament zur Hand, können Sie überbrückend zum Austrocknen der Bläschen Zahnpasta benutzen.

Im Krustenstadium greift die antivirale Behandlung nicht mehr.

Es sollten nur abheilungsfördernde Maßnahmen (z.B. antiseptische Salben) erfolgen, um einer Superinfektion mit Eiterkeimen vorzubeugen.

Tritt der Herpes in sehr kurzen Abständen immer wieder auf (rezidivierend), was z.B. bei sexuell aktiven Personen mit Herpes genitales ein Problem sein kann, kann eine Dauerbehandlung über ¼ bis ½ Jahr mit Tabletten in Erwägung gezogen werden.


Bildmaterial mir freundlicher Genehmigung der RIEMSER Arzneimittel AG in Anlehnung an die Triapten - Patientenbroschüre Herpes

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