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Das Lymphsystem erfüllt eine wichtige Entschlackungsfunktion im Körper. Täglich werden bis zu zwei Liter Zwischenzellflüssigkeit dem Venensystem zugeführt, nachdem Bakterien, Schlackenstoffe und Zellreste von den Lymphknoten herausgefiltert worden sind.

Information für Lymphödempatienten

Das Lymphsystem erfüllt eine wichtige Entschlackungsfunktion im Körper. Täglich werden bis zu zwei Liter Zwischenzellflüssigkeit dem Venensystem zugeführt, nachdem Bakterien, Schlackenstoffe und Zellreste von den Lymphknoten herausgefiltert worden sind.
Ein primäres Lymphödem entsteht durch eine Fehlbildung der Lymphgefäße, ist also stets angeboren. Es kann aber auch sekundär als Folge von Verletzungen, Wundrosen, Tumoren, die den Abfluss behindern (z.B. häufig einseitig im Arm nach Brustkrebsoperationen mit Lymphknotenausräumung oder im Bein bei Gebärmutterkrebs) sowie durch Narben entstehen.

Bitte beachten Sie:
An einem Arm mit Lymphödem darf niemals Blut abgenommen werden!

Manchmal bildet sich auch ein Lymphödem in Kombination mit einem Venenleiden.
Übergewicht und mangelnde Bewegung verstärken die Symptomatik. Anfangs geht die Schwellung nachts zurück, später bleibt sie ständig und führt zur Verhärtung des Bindegewebes (Fibrose). Ist es erst einmal dazu gekommen, ist die Veränderung nicht mehr rückgängig zu machen, sondern man kann nur noch die Symptome versuchen zu lindern .

Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung besonders wichtig!

Die zwei Hauptsäulen der Behandlung sind die manuelle Lymphdrainage (ML) oder die sog. komplexe lymphatische Entstauungstherapie (KLE) und der anschließend zwingend notwendige lymphologische Kompressionsverband. Wenn der Druckverband nach der Massage nicht angelegt wird, füllen sich die Lymphgefäße gleich wieder und die Lymphflüssigkeit pendelt nur hin und her, die Behandlung ist somit effektlos.

Eine Lymphmassagepraxis, die den lymphologischen Kompressionsverband nach der manuellen Lymphdrainage als nicht notwendig erachtet, wechseln Sie bitte sofort!

Erst wenn durch die manuelle Lymphdrainage keine weitere Verbesserung zu erreichen ist, können flachgestrickte Kompressionsstrümpfe für die Beine oder für den Arm eine rundgestrickte Bandagierung der Klasse 3 angemessen werden, um den Therapieerfolg zu erhalten. Die manuellen Lymphdrainagen müssen aber weiterhin, wenn auch in größeren Abständen, erfolgen. In ausgeprägten Fällen empfiehlt es sich, die Anfangsbehandlung stationär in einer Spezialklinik durchführen zu lassen.
Die oft und gerne bei Schwellungen verordneten ausschwemmenden sog. Wassertabletten führen zu einer Konzentration der Schadstoffe in den Lymphgefäßen und sind somit nicht zur Therapie des Lymphödems geeignet. Vermeiden Sie Übergewicht, einschnürende Kleidung, Verletzungen und längeres Abknicken der betroffenen Gliedmaße sowie Wärmebehandlungen wie Sauna, Solarien oder Sonnenbäder.
Um eine Infektion zu vermeiden, ist größte Sorgfalt auf die Körperhygiene zu legen, z.B. regelmäßige Inspektion der Finger- oder Zehenzwischenräume auf mögliche Pilzinfektionen. Da Pilze nur im feuchten Milieu gedeihen, ist gutes Abtrocknen besonders wichtig. Tragen Sie bitte konsequent die Ihnen verordneten Kompressionsbandagen, sorgen Sie für ausreichende Bewegung und lagern Sie, wenn Sie liegen, die Beine hoch.

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