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Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Allergologie, Phlebologie, Lymphologie, ambulantes Operieren
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Periorale Dermatitis (Rosaceaartige Dermatitis, Stewardessen- oder Mannequinkrankheit)

Die Krankheit tritt meistens bei jüngeren, gepflegten Frauen auf. Die Bezeichnung peri (ringsherum wie z.B. in Peripherie) oral (Mund) und Derma (Haut) und itis bedeutet immer eine Entzündung, so dass der Begriff periorale Dermatitis nichts weiter als Entzündung der Haut um den Mund herum heißt. Diese kann aber auch gar nicht so selten um die Augen herum auftreten und sich besonders im Bereich zwischen Nasenflügeln und Mund ausbreiten.

Es handelt sich um feinpicklige gerötete Hauterscheinungen, die auch flächig konfluieren können. Sie sind kosmetisch störend und stellen besonders für Patienten, die einen Beruf mit Publikumsverkehr ausüben, eine besondere psychische Belastung dar.

 

Die Ursache ist weitgehend unbekannt. Ich persönlich sehe die Krankheit zu etwa 80% als Stressdermatose. Es werden außer psychischer Belastung noch fluorhaltige Zahnpasten, Mundwasser, Zitrusfrüchte und vor allem Überpflegung der Haut diskutiert.

Eine weitere, gar nicht so seltene Ursache ist die Anwendung von cortisonhaltigen Cremes oder Salben. Oft werden wegen geringfügiger Hautveränderungen diese Mittel angewendet, um eine schnelle Besserung zu erreichen. Die tritt auch ein, hält aber nicht lange vor, so dass erneut zu diesen Mitteln gegriffen wird. Bei längerer Anwendung kommt es dann zur sog. Steroiddermatose (Hauterkrankung durch äußerliche Anwendung von Cortison), bei der es zu einer flächigen Aussaat mit stark entzündlichen Veränderungen kommt. Nach dem notwendigen Absetzen der cortisonhaltigen Mittel kommt es dann zum sog. Entzugsdelirium der Haut. Sie reagiert wie ein Alkoholiker, dem man plötzlich den Schnaps wegnimmt; er kommt ebenfalls ins Delirium. Die folgende Zeit ist eine harte Probe für die Patienten, denn sie müssen ganz konsequent die cortisonhaltigen Mittel weglassen, auch wenn die Hauterscheinungen noch so schlimm sind und die Versuchung groß ist, weil man sonst aus diesem Teufelskreis nicht herauskommt.

Hier ist die Hilfe eines Hautarztes unerlässlich, manchmal wird er Sie auch einige Tage krank schreiben müssen.

Für die Behandlung gilt als Erstes: Alle Substanzen oder Maßnahmen unterlassen, die auch nur im geringsten Maße die Haut irritieren könnten.

Zur Reinigung ist nur lauwarmes Wasser erlaubt.

Bei stark entzündlichen Erscheinungen sind zur Beruhigung Umschläge mit schwarzem Tee hilfreich. Dafür den Tee 10-15 Minuten ziehen lassen, abkühlen lassen, in den Kühlschrank stellen. Damit morgens und abends ca. 10 Minuten Umschläge machen. Innerhalb dieser Zeit die verwendeten Taschentücher, Kompressen oder Einwegwaschlappen, neu befeuchten, damit diese besser kühlen.

Anschließend eine neutrale Gesichtscreme auftragen, damit das Spannungsgefühl gemildert wird, bitte keine Fett- oder Nährcremes.

Sollten diese Maßnahmen alleine nicht ausreichend helfen, benötigen Sie die Hilfe eines Hautarztes.

Bewährt haben sich äußerlich u.a. Erythromycin, Metronidazol sowie Azelainsäure, innerlich Tetracycline, Doxycyclin, Minocyclin, in schweren Fällen kann auch Isotretinoin unter Berücksichtigung der Kontraindikationen versucht werden.

Bewertung: 5 / 5

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