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Feigwarzen (Feuchtwarzen, Spitze Kondylome, Condylomata acuminata)

Feigwarzen sind gutartige, durch HPV-Viren (humane Papillomviren) verursachte Wucherungen (Kondylome) in dem Bereich, wo Adam und Eva ihr Feigenblatt getragen haben, daher der Name.

Die Ansteckung erfolgt meistens durch Geschlechtsverkehr. Auch eine Infektion durch infizierte Gegenstände, z.B. Sex-Spielzeug und engen Körperkontakt ist möglich. Eine Übertragung von der Mutter auf das Kind während der Geburt kann ebenfalls erfolgen. Der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung schwankt zwischen vier Wochen und mehreren Monaten.

Die Kondylome können einzeln, beetartig oder auch mit blumenkohlartigem Aussehen auftreten.

Bei Frauen sind meistens die Schamlippen betroffen, gelegentlich aber auch die Scheide, der Gebärmuttermund und die Harnröhre.

Da der Virus auch Gebärmutterhalskrebs verursachen kann, ist eine Untersuchung beim Frauenarzt und ggf. eine Mitbehandlung des Partners dringend erforderlich.

Frauen sollten sich deshalb vor dem ersten Geschlechtsverkehr bei ihrem Frauenarzt dagegen impfen lassen. Die Impfung wird vom 12. bis zum 17. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und bietet einen fast hundertprozentigen Schutz.

Eine bereits bestehende Erkrankung kann damit nicht behandelt werden.

Beim Mann breiten sich die Feigwarzen meistens am Penisschaft, in der Kranzfurche oder auch am Hodensack aus.

Anal sind sie bei homosexuellen Männern häufiger.

Die Harnröhre kann ebenfalls befallen sein. Bei entsprechendem Verdacht sollte ein Urologe konsultiert werden.

Zu beachten ist, dass ein Schutz durch Kondome nur in dem Bereich, der von dem Kondom abgedeckt wird, gegeben ist.

Es sollte immer eine Partneruntersuchung und ggf. Behandlung stattfinden, weil es sonst zu Ping-Pong-Infektionen kommen kann.

Die Behandlung ist abhängig vom Ausmaß der Erkrankung.

Es gibt verschiedene örtlich anzuwendende Mittel mit den Wirkstoffen Imiquimod, Podophyllotoxin, Silbernitrat, Essigsäure, Fluorouracil und eine Salbe aus grünem Tee-Extrakt. Allen Substanzen ist gemeinsam, dass sie eine stark reizende Wirkung haben.

Bei ausgedehnten Befunden oder Versagen obiger Therapien sind invasivere Maßnahmen erforderlich, die in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Dazu gehört das Abtragen durch eine elektrische Schlinge und die Entfernung mittels Laser oder Kältechirurgie.

Drei Monate nach der Behandlung sollte nur geschützter Geschlechtsverkehr stattfinden.

Feuchtigkeit, z.B. durch Schwitzen oder kleine Verletzungen, z.B. durch Intimrasur, erhöhen die Ansteckungsgefahr.

Bild: Albrecht Dürer
Quelle: Wikimedia Commons

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