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Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Allergologie, Phlebologie, Lymphologie, ambulantes Operieren
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Krätze am KinderfußDie Zeiten, in denen die Krätze als Krankheit der asozialen, ungepflegten Bevölkerungsschichten galt, sind längst vorbei. Sie wird hervorgerufen durch die mit bloßem Auge nicht sichtbare Krätzemilbe, die zu den Spinnentieren zählt und nicht tiefer als bis zur Hornschicht, das heißt, der obersten Hautschicht, eindringen kann, wo sie ihre Eier ablegt und sich vermehrt.

Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt in der Regel durch intensiven Hautkontakt. Die ersten Symptome treten ungefähr 2-5 Wochen nach der Ansteckung auf. Bevorzugte Stellen sind die Hautfalten, die Fingerzwischenräume, die Brustwarzenhöfe, Nabel, Penisschaft, die Analfalte und die inneren Fußränder. Händeschütteln oder gemeinsame Nutzung von Gegenständen führen im Allgemeinen nicht zur Krankheitsübertragung. Eine Ansteckung durch kontaminierte Wäsche, Wolldecken , Polster etc. ist ebenfalls selten.

Krätze (Scabies)Krätze

 

Es tritt eine Ekzemreaktion mit kleinen geröteten Knötchen auf, die besonders bei Bettwärme, stark jucken. Durch Kratzeffekte entstehen Krusten, die sich infizieren können, so dass ein sehr vielfältiges Bild entstehen kann, was die Diagnosestellung häufig erschwert.

Bei intensiver Körperhygiene ist der Nachweis der Milben oft ausgesprochen schwierig.

Die Diagnose wird durch den Nachweis von Milben, Eiern oder Kotballen mit dem Dermatoskop (beleuchtete Lichtlupe mit 10-20-facher Vergrößerung) und durch das gesamte klinische Bild gestellt .

Wenn die Haut stark ekzematisiert und durch Kratzeffekte lädiert ist, sollte für einige Tage vor der eigentlichen spezifischen Behandlung eine cortisonhaltige bzw. antibakterielle Creme angewendet werden.

Zur Behandlung stehen mehrere Substanzen zur Verfügung.

Laut Leitlinie ist Permethrin der Wirkstoff der ersten Wahl, da es die beste Heilungsrate, überlegene Juckreizstillung und weniger Nebenwirkungen hat. Es ist einfach in der Anwendung und wird weniger resorbiert und hat damit ein hohes Sicherheitsprofil.

Weitere Wirkstoffe sind Lindan (darf nicht auf größeren Flächen, vorgeschädigter Haut und bei Kleinkindern angewandt werden, hat höhere Resorptions- und Nebenwirkungsrate), Benzylbenzoat und Crotamiton und Schwefel.

Bei schweren Formen der Krätze, die auf keine der üblichen Behandlungen ausreichend anspricht, ist die Einnahme von Ivermectin in Tablettenform im Abstand von 2 Wochen angezeigt. In Deutschland ist Ivermectin offiziell nicht zur Behandlung der Krätze zugelassen, darf also nur nach genauer Aufklärung und im Einverständnis mit dem Patienten angewandt werden.

Als allgemeine Maßnahme empfiehlt es sich bei der Behandlung erkrankter Personen Handschuhe zu tragen.

Das Krätzemittel sollte am gesamten Körper, vom Unterkiefer abwärts, auch hinter den Ohren, lückenlos angewendet werden, im Kopfbereich unter Aussparung der Region um Augen und Mund, nur wenn verdächtige Stellen zu sehen sind. Bei Verdacht auf nicht vollständige Abheilung sollte nach einer Woche noch einmal eine Sicherheitsbehandlung durchgeführt werden. Der Juckreiz kann noch einige Zeit anhalten.

Nach der empfohlenen Einwirkungszeit wird Abwaschen oder Duschen empfohlen sowie das Wechseln der Leib- und Bettwäsche.

Da die Haut durch die Behandlungsmaßnahmen meistens stark austrocknet, ist eine pflegende Nachbehandlung zu empfehlen.

Alle Personen, die in engem Kontakt zu infizierten Personen stehen oder aber selber, wenn auch nur geringste, Hauterscheinungen aufweisen, sollten zeitgleich mitbehandelt werden, meistens also die ganze Familie, da es sonst zu einer Endlosschleife von Ping-Pong-Infektionen kommen kann.

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